Der UniFrauenOrt
Eine Wohnung für uns allein!

Autorinnen: Bente KNOLL; Ulrike ROSTEK

Seit 1980 arbeiten Studentinnen in den Räumlichkeiten der Berggasse 5/24 im 9. Wiener Gemeindebezirk. Seit dieser Zeit fanden und finden verschiedene Frauenveranstaltungen und Aktivitäten statt, der Verein "Frauenforschung und weiblicher Lebenszusammenhang" wurde gegründet und wenig später das Frauen- und Lesbenarchiv "Stichwort". Als dieses im Oktober 1995 in die Diefenbachgasse 38/1, Wien 15. umzog, gründeten engagierte Studentinnen, der Tradition der Räumlichkeiten gemäß, den U.F.O. (UniFrauenOrt).

In diesem Rahmen gibt es für Frauen die Möglichkeit, sich mit ihrer speziellen frauenspezifischen Situation, an der Universität und in der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Der U.F.O. ist ein Ort der kritischen Reflexion der patriarchalen Wissenschaft und Lehre sowie der Universität als männerdominierten Institution.

Der U.F.O. bietet bestehenden Frauengruppen einen Ort für ihre selbstorganisierte Arbeit und Anregung zu neuen Aktivitäten und Gruppen. So können z. B. Seminare, Arbeitsgruppen, Rhetorikkurse, Supervisionen, informelle Treffen und vieles mehr hier stattfinden.

Im U.F.O. bereiten derzeit sechs Frauen eine Ausstellung über das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück vor. Diese befaßt sich mit den Lebensgeschichten von ehemals inhaftierten Österreicherinnen und wird am 4. November 1999 in der Uni Wien eröffnet.

Im Rahmen des österreichweiten Tutoriumsprojektes trifft sich immer im Wintersemester die Lesbengruppe, um Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und Unterstützung anzubieten.
Aus dem Frauentutoriumsprojekt heraus bildeten sich unter anderem der Arbeitskreis "Frauen in Naturwissenschaft und Technik", der sich schon seit dem WS 1997/98 trifft. Dieser befaßt sich vorwiegend mit feministischer Naturwissenschaftskritik und -theorie (Donna Haraway, Sandra Harding, Evelyn Fox Keller).

Im WS 1998/99 entstand die Arbeitsgruppe "Frauen in der Planung", Architektinnen und Landschaftsplanerinnen arbeiten hier zu feministischen Theorieansätzen. Ein wichtiger Bestandteil sind gemeinsame Exkursionen zu realisierten Projekten von PlanerInnen.

Seit dem SS 99 gibt es das "Interdisziplinäre feministische Forum", das Frauen aller Disziplinen die Möglichkeit bietet, sich gemeinsam zu inspirieren und Grenzen der eigenen Disziplin zu überschreiten.

Der U.F.O. besteht aus zwei hellen Räumen mit einer Küche. Die Besonderheit daran ist die räumliche Trennung von den Universitäten und Instituten. Bei regelmäßigen offenen Plenen wird gemeinsam von interessierten und engagierten Frauen über Struktur und Organisation entschieden. Diese finden jeden ersten Freitag im Monat um 11 Uhr statt.

Jede Frau, die die angenehmen Räumlichkeiten des U.F.O.s in Anspruch nehmen will, ist herzlich eingeladen, die Kontaktfrau Franziska Braun am Zentralausschuß der ÖH, Liechtensteinstraße 13, Wien 9., unter der Telefonnummer 01/310 88 80-32 (Mo - Do: 9 - 16.30 Uhr, Fr: 9 - 14.30 Uhr) anzurufen.