Frauen in Naturwissenschaft und Technik
Eine kurze Einführung in die feministische Wissenschaftskritik
Diskriminierung von Frauen ist Ende der 90er im achso fortschrittlichen und
zivilisierten Westeuropa schon lange kein Thema mehr. Es ist selbstverständlich,
daß Frauen eine Ausbildung machen, erwerbstätig sind, wissenschaftlich forschen
und Karriere machen. Wenn sie es jedoch nicht tun, oder auch immer wieder daran
scheitern, sind sie doch wirklich selbst schuld. Jeder Frau stehen schließlich
alle Wege offen, natürlich frei von geschlechtsspezifischen und rollentypischen
Normen und Zwängen.
Es gibt mittlerweile gleich viele männliche wie weibliche StudienanfängerInnen.
Der "kleine" Unterschied besteht eigentlich nur bei der Studienwahl. Auf den
geisteswissenschaftlichen Fakultäten gibt es bei den StundienanfängerInnen einen
Frauenanteil von etwa 70%, an Technischen Universitäten hingegen liegt er bei 22%
und auf der Montanuni ist er noch geringer. Die Dropout - Quote ist bei Frauen
wesentlich höher und nur jede 10.Habilitation ist von einer Frau. Interessant
wird es auch wenn man/frau sich den Frauenanteil auf den verschiedenen
universitären Ebenen anschaut, ca. 30% bei den AssistentInnen, nur mehr 3% Frauen
bie den ProfessorInnen und, welche Frau wundert's, es gibt keine einzige
Rektorin.
Wir (Martina, Petra und Elke) wollen nun einen Arbeitskreis "Frauen in
Naturwissenschaft und Technik" gründen, um anhand von Texten, Filmen aber auch
aufgrund persönlicher Erfahrungen dieses zu Thema diskutieren.
- Warum gibt es sowenig Frauen in naturwissenschaftlichen und technischen Bereichen?
Welche Sozialisationsmuster liegen der Ausbildungswahl zugrunde und
welche subtilen Auschließungsmechanismen verdrängen nach wie vor Frauen aus
Wissenschaft und Technik? "Wir werden nicht als Frauen geboren, sondern dazu
gemacht" (Simon de Beauvoir)
- Sichtbarmachung von Frauen in Naturwissenschaft und Technik
Tatsache ist daß, Frauen sich immer schon mit Wissenschaft und Technik
auseinandergesetzt haben bzw. auseinandersetzen, nur daß die Arbeit von Frauen
entweder abgewertet oder totgeschwiegen wurde bzw. wird.
- Gibt es eine wertfreie Wissenschaft?
Technologien sind das Ergebnis einer Reihe spezifischer
Entscheidungen, die von einer bestimmten Gruppe Menschen an bestimmten Orten zu
bestimmten Zeitpunkten zu ihren eigenen Zwecken getroffen werden. Daher tragen
Technologien die Spuren dieser Menschen und des gesellschaftlichen Zusammenhangs,
in dem sie entwickelt wurden. (Judy Wajcman: Technik und Geschlecht, 1994)
letzte Änderung am 28.11.97
Martina Mayrhofer